Die Kirche von Herzogenreuth mit ihrem wuchtigen Turm ist schon von weitem zu sehen. Sie steht auf der höchsten Erhebung des Ortes (565 m ü.d.M.) und ist von einer mächtigen Natursteinmauer umgeben, die ihr den Charakter einer Wehrkirche um Dorfburg verleiht.
Ihre Geschichte geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, wie die romanische Form des ungegliederten Chorturmes mit seinen meterdicken Mauern beweist. So abwehrend wie sich das Gotteshaus von außen zeigt, so einladend wirkt es im Inneren.
Beim Eintritt fällt der Blick sogleich auf den Altar im Chorraum mit dem Bild des Kirchenpatrons, des heiligen Nikolaus. Als Bischof dargestellt, schaut er mit ruhigem Blick ins Kirchenschiff, als wolle er, wie in der Legende vielfach berichtet, den ihm Vertrauenden Schutz und Hilfe leisten. Ganz im Hintergrund des Bildes kann man ein langgestrecktes Schiff erkennen mit dem Heiligen an der Bugspitze, ein Hinweis auf seine Bedeutung als Schutzpatron der Reisenden.
Über dem Altarbild befindet sich am Hochaltar ein Wappen mit einem kleinen springenden Hündchen. Damit hat es folgende Bewandnis:
Als die Herzogenreuther in der Zeit von 1715 – 1720 ihre Kirche erweiterten, bewarben sie sich bei der Stiftung des 1718 verstorbenen Domherren Johann, Karl von Ostein um einen Zuschuss für ihre Baumaßnahmen, den sie auch in Form von 50 Gulden erhielten. Aus Dankbarkeit für die ansehnliche Summe wurde das Wappen des edlen Spenders über dem Bild des Kirchenpatrons angebracht.
Eine Besonderheit gibt es auch im Kirchenschiff zu vermelden. Während der rechte Seitenaltar in gewohnter Form gestaltet ist, mit einer großen Mutter-Gottes-Figur in der Mitte, enthält der linke Seitenaltar im Zentrum eine relativ kleine Figur, eine Darstellung der Mutter Anna-Selbdritt. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle ein Stich der Wallfahrtskapelle von Eberhardsklausen/Bistum Trier, der nun an der Seitenwand angebracht wurde. Nach Betrachtung des Mittelschiffes lohnt sich schließlich auch ein Blick in den rückwärtigen Teil des Kirchenschiffes. Auf der kleinen, aber wuchtigen Empore befindet sich seit einigen Jahren (Jahr???) eine neue Orgel, der ganze Stolz der Kirchengemeinde.