Auch die Filialkirche zu Teuchatz steht wie in Herzogenreuth mit am höchsten Punkt des Dorfes und ist weithin sichtbar. Mit ihrem trutzigem Turm und ihrer wehrhaften Friedhofsmauer erweckt sie auch heute noch den Eindruck einer Wehrkirche.
Betritt man den Innenbereich des Kirchenareals, so fällt einem zunächst die sehr groß dimensionierte Friedhofsanlage rings um die Kirche auf, die heute nur zum geringen Teil belegt ist. Grund für diese Größe ist die Tatsache, dass in den früheren Jahrhunderten, als die kleineren Nachbarorte noch keine eigenen Friedhöfe besaßen, die Verstorbenen auf dem sog. Gebürg hier in Teuchatz bestattet wurden. Als Statio des Leichenzuges diente die vor Teuchatz an der Wegkreuzung befindliche Feldkapelle. Da die vorhandenen Grabstätten aus verständlichen Platzgründen rascher belegt werden mussten, errichtete man an der Rückseite der Kirche ein kleines Beinhaus, einen Karner, in dem die ausgegrabenen Gebeine aufbewahrt werden konnten. Dieses Beinhaus existiert heute noch.
Nun aber zur Kirche selbst. Diese ist dem heiligen Jakobus d. Ä. geweiht und in der heutigen Form ein Werk des 15. bzw. 17. Jahrhunderts. Die Darstellung des Heiligen begegnet uns schon an der Seite des Eingangsportals, gekennzeichnet mit dem Pilgerstab, und später am Hauptaltar des Gotteshauses als großflächiges Altarbild, eingerahmt von den Apostelfiguren Petrus und Johannes. Pilgerwege sind oft beschwerlich und erinnern so an den Kreuzweg des Herrn. Daher wundert es nicht, dass sich gerade in der Teuchatzer Kirche besonders ausdrucksvolle Kreuzwegstationen befinden, die zwar ursprünglich für Mistendorf bestimmt waren, nun aber schon seit über 200 Jahren das Innere der Kirche von Teuchatz schmücken.
Ein Wort noch zum hoch aufragenden Kirchturm. Seit jeher ist er durch seine exponierte Lage Angriffen von Unwettern ausgesetzt. Alte Kirchenrechnungen berichten oft von Schäden durch Blitzschlag.
Im Jahre 1990 schlug der Blitz gleich zweimal ein: Im Februar riss zunächst ein “kalter Schlag“ die Kirchturmspitze ab und schleuderte sie zu Boden. Wenige Monate später traf wiederum ein Blitz den Kirchturm. Diesmal zündete er, so dass ein Brand ausbrach, der nur Dank des raschen Eingreifens der örtlichen Feuerwehr rechtzeitig gelöscht werden konnte. Trotzdem mussten mehr als 5 Meter der Kirchturmspitze erneuert werden.
Letzter Sonntag im Oktober