Auch in Oberngrub befinden wir uns, wie schon der Name des Ortes zeigt, noch auf der Höhe des Jura, wenn auch in einer leichten Höhenmulde. Lange Zeit mussten die Gläubigen dieses Ortes bei Wind und Wetter zu Fuß den weiten Kirchweg nach Tiefenpölz oder mindestens nach Teuchatz auf sich nehmen, was besonders im Winter große Schwierigkeiten bereitete. So wundert es nicht, dass stets der Wunsch herrschte, auch einmal ein eigenes Kirchlein zu besitzen, in dem wenigstens ab und zu Gottesdienst gehalten werden konnte. Im Jahre 1925 ging dieser Wunsch endlich in Erfüllung.
Einem Kriegsgelöbnis entsprechend, erbauten Angehörige der Gemeinde nach den Plänen und unter der Bauaufsicht des ortsansässigen Maurermeisters Vogel in Eigenleistung eine geräumige Kapelle mit einem Glockenturm. Diese ist im Gegensatz zu allen anderen Kirchen der Pfarrei nicht geostet sondern gewestet. Als Kirchenpatron wurde der heilige Georg gewählt, dessen Figur sich im Altar des Gotteshauses befindet. Beachtenswert sind die an den Chorwänden angebrachten Buntglasfenster mit den eingebrannten Stifternamen und der schöne Kronleuchter in der Mitte des Kirchenschiffes, der ursprünglich einmal in Tiefenpölz gehangen haben soll. Nach einigen Schwierigkeiten wurde es dem damaligen Pfarrherrn Georg Lieb seitens der Bistumsverwaltung gestattet, in dem benedizierten Kirchlein auch Gottesdienst zu halten. In den 30er Jahren übernahm dann zunehmend der sehr beliebte Pfarrer von Burggrub, Dr. Leo Madlener, die kirchliche Betreuung dieses Ortes, die er Jahrzehnte lang fortführte. Auf dem Friedhof in Oberngrub fand er auch seine letzte Ruhestätte.
N.B. Bis 1925 besaß das Dorf nur einen eisernen Glockenturm. Dieser kam nach dem Kirchenneubau nach Volkmannsreuth, wo er bis heute noch seinen Dienst tut.
Letzter Sonntag im September